Passau – Stadt mit keltischen und römischen Wurzeln
Die Geschichte der Stadt Passau beginnt vor mehr als 2.000 Jahren mit den Kelten, die hier, am Treffpunkt der drei Flüsse Donau,Inn und Ilz, eine Siedlung errichteten. Im ersten Jahrhundert nach Christus überrannten römische Truppen die Siedlung und bauten das Kastel Batavis. Um 260 n. Chr. folgte das Kastel Boiotro am Südufer des Inns; heute steht an seiner Stelle das Römermuseum Boiotro, das einen tiefen Blick in die Geschichte bietet und zugleich einen nicht alltäglichen Zugang zur Archäologie. Aus Batavis aber wurde im Lauf der Zeit Passau, und 1225 erhielt es die Stadtrechte.
Die Lage von Passau
Passau liegt auf einer spitz zulaufenden Landzunge. Exakt hier treffen Donau, Inn und Ilz zusammen, weswegen die Stadt auch den Beinamen trägt „Dreiflüssestadt“. Wie eine Enklave hat sich der Stadtteil Innstadt südlich von Passau am anderen Innufer eingeigelt. Über den sogenannten „Fünferlsteg“ gelangt man zu Fuß hinüber (bis 1976 wurde für die Passage noch Maut erhoben, der „Fünferl“), Autofahrer nutzen die Innbrücke und haben nach wenigen Minuten Österreich erreicht, das mit Passau eine gemeinsame Grenze bildet. Die Nähe zum Nachbarland steckt voller Reize für die Passauer: In Österreich sind Tabak und Benzin wesentlich günstiger, gerne besucht man die nahen Biergärten, wie den „Weinbeißer“ oder „Zum Blaas“, und immer wieder lohnt ein Abstecher ins fein herausgeputzte Städtchen Schärding, das man über eine eindrucksvolle Inn-Brücke ansteuern kann.
Die politische und wirtschaftliche Situation der Stadt Passau
Passau war früher Fürstbistum: weltliche und kirchliche Macht lagen in einer Hand. Erst mit der Säkularisation 1803 endete die weltliche Macht für die Bischöfe. Auch wenn es heute nicht mehr den Anschein erweckt: Über Jahrhunderte hinweg besaß Passau enormes politisches Gewicht, das Bistum Passau erstreckte sich bis an die ungarische Grenze, es war das flächenmäig größte Bistum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Nicht umsonst trägt der Wiener St.-Stephans-Dom den Namen des Passauer Doms; der Passauer Dom beherbergt heute die größte Domorgel der Welt.
Mit der Gemeindegebietsreform von 1972 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf knapp 50.000. Es begann eine von Wachstum und Entwicklung gekennzeichnete Phase: Die Autobahn A3 wurde 1979 bis Passau-Süd geführt und verband die Stadt endlich mit dem Rest der Republik. Am 9. Oktober 1978 wurde die Universität Passau eröffnet. Mit ihr und den Studenten kam frischer Wind in die niederbayerische Stadt: Nach und nach verloren Klerus, CSU und Presse an Einfluss, den sie bis dato quasi unangefochten hatten ausüben können. Das in ganz Deutschland bekannte und als Kabarett-Institution geschätzte „Scharfrichterhaus“ erlebte in Passau mehr Anfeindung als Unterstützung, die Schülerin Anna Rosmus wurde nach einem durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker ausgezeichneten Aufsatz als „Nestbeschmutzerin“ bezeichnet und vor Gericht gezerrt. Rosmus hatte in dem Aufsatz „Alltag im Dritten Reich“ die Verstrickung der Bürger in Nazimachenschaften exemplarisch an ihrer Heimatstadt Passsau geschildert.
Der Ausbau der Autobahn stachelte die Wirtschaft an. Heute bietet die ZF Passau GmbH knapp 4.000 Menschen Lohn und Brot, die Passauer Neue Presse zählt zu den gewichtigen Tageszeitungen in der BRD, der Tourismus hat sich zu einer wichtigen Größe etabliert.
Tourismus in Passau
Aus drei Gründen ist Passau für seine Besucher reizvoll: Hier führt, erstens, der Donauradwanderweg vorbei; der Abschnitt Passau — Wien ist die meistbefahrene Radroute Europas. In Passau starten viele Kreuzfahrten auf der Donau, die zum Teil bis ins Schwarze Meer führen. Und drittens bietet Passau selbst überreiche Abwechslung für jeden Gast, egal, ob der hier übernachtet oder seinen Urlaub im Bayerischen Wald verbringt.
Angebote aus Kunst und Kultur für den Besucher der Stadt Passau
Enge Gassen in der Altstadt von Passau vermitteln das Flair des Mittelalters, das Südufer des Inns präsentiert die Schokoladenseite der Stadt: ein nach dem verheerenden Brand von 1662 von italienischen Architekten südländisch-barock aufgebautes Häuser-Ensemble. Das Zimmer, in dem Kaiserin Sisi übernachtet hat auf dem Weg zu ihrer Hochzeit, kann im Hotel Wilder Mann gebucht werden, hier findet sich auch das „Glasmuseum“, das 1985 von Neil Armstrong eröffnet wurde, dem ersten Menschen auf dem Mond. Das Museum Moderner Kunst ist ein ambitioniertes Projekt mit jährlich gut zehn Ausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, am Oberhausmuseum finden auch Kinder Gefallen.